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Älteste Urkunden von den Angele

Dank der guten Archivlage beim Hospital Biberach und der Kath. Kirchenpflege lassen sich die Angele erstmals im 15. Jahrhundert nördlich von Biberach nach-weisen. Im Jahre 1405 verkauft ein Michael Angele laut Kirchenpflegearchiv eine Wiese unterhalb der Burg Röhrwangen an eine Kaplanei in Biberach. Daraus läßt sich folgern, daß schon um 1350 die Angele im Rißtal nördlich von Biberach Lehenshöfe bewirtschaftet haben. Um 1415 lebte bereits ein Weber Hans Angele in Biberach, der nach Urkunde U 415 mit dem Nachbar Konrad Wicher wegen einer Haustüre einen Streit hatte, der zugunsten des Hans Angele entschieden wurde.

Aus der Mitte des 15. Jahrhunderts existieren im Hospitalarchiv mehrere Urkunden über die Angelin. Diese Schreibweise war in den Beleihungen und Giltbüchern des Hospitals bis gegen 1700 üblich. Beim Kloster Ochsenhausen wechselte die Schreibweise schon um 1650 auf Angele. Nach Urkunde U 621 verkauft Burkhard von Reischach am 12. März 1444 an Peter von Beuren (Burren) für 180 Gulden seinen halben Hof zu Barabein, den Heinrich Angele der Jüngere baut. In einer weiteren Urkunde U 626 vom 3.Oktober 1444 belehnt Herzog Albrecht von Österreich im Namen seines Bruders König Friederich und seines Vetters Herzog Sigismund und auf Bitten der Gebrüder Burkhard und Ulrich den Peter von Beuren mit dem Hof zu Galmund -heute Galmutshöfen-, den Hans Angeli baut, mit einem Hof zu Barabein, den Heinrich der Alte und sein Sohn Heinrich bauen sowie mit der Hälfte der Hölzer Bremtal und "das Böss". Laut Urkunde U 638 vom 19. November 1445 wird Peter von Beuren mit dem österreichischen Lehenshof zu Lankwart -heute Herrlishöfen- belehnt, den der alte Heinrich Angelin baut (= bewirtschaftet).

Peter von Beuren bleibt nur 14 Jahre im Besitz seiner an Angele belehnten Höfe, welche fortan dem Hospital Biberach gilt- und zinspflichtig sind, das die Höfe lt. Urkunde U 757 vom 20. April 1459 um 1600 Gulden erwirbt.

Nach den Besiedlungsgegebenheiten um 1450 kann angenommen werden, daß damals fast nur Angele auf den Höfen und Weiler im Rißtal nördlich von Biberach wirtschafteten. Die Orte hatten in früheren Jahrhunderten folgende Namen:

Barbein: 1431 erstmals erwähnt, später Unterhöfen, heute Barabein

Gallmund: 1291 als Galmund erstmals erwähnt, später Mittelhöfen, heute

Galmutshöfen

Lankwart: 1245 Lancwat, später Härlishöfe, heute Herrlishöfen (vom

Personennamen Härle)

Hiltesweiler: 1276 Hitzelisweiler, heute Rappenhof (vom Personennamen Rapp)

Wachsdorf: 1460 Rißmaier, heute Rißhöfen.

Hofteilungen werden erst nach 1500 aktenkundig. 1546 entstand der 2. Rißhof "Adelfisch" (der Hospital verwendete als Dauerbezeichnung für seine Lehenshöfe Fischnamen) durch Teilung aus "Argus" und in Galmutshöfen 1555 aus "Groppe" der Hof "Forelle". Auf beiden neuen Höfen wurden Angele belehnt. Lediglich auf dem Rappenhof, dem früheren Hiltesweiler, wirtschafteten keine Angele. Selden, das sind kleine landwirtschaftliche Anwesen, entstanden erst nach 1500 für weichende Erben. Auch auf diesen landarmen Seldstellen in Barabein, Herrlishöfen und Galmutshöfen wirtschafteten Angele.

Weil bei den damaligen Produktionsgegebenheiten nur größere Anwesen bei den nicht geringen Gilt- und Zinslasten ein erträgliches Einkommen erbrachten, hat sich in Oberschwaben das Anerbenrecht eingebürgert, d. h. die Höfe durften im Erbgang nicht geteilt werden.

Der Verbreitung des Geschlechts in andere Ortschaften waren durch das Feudalsystem enge Grenzen gesetzt. Eine Freizügigkeit im heutigen Sinne gab es nicht. Für die weichenden Erben bestand oft nur die Möglichkeit der Einheirat, lebenslanger Dienst auf dem Anwesen des Bruders oder der Schwester, der Eintritt in ein Kloster oder die Auswanderung. In den Städten wachten die Zünfte gegen eine Überfremdung, so daß es dort für handwerklich begabte Nachkommen kein Unterkommen gab. Das dörfliche Handwerk wurde als zusätzliche Erwerbsquelle von den Inhabern der landarmen Selden betrieben.

Diese Zwänge waren für die trotz Kriegs- und Pestzügen wachsende Angelesippe kein unüberbrückbares Hindernis, irgendwo eine Existenz im weiteren Umkreis zu finden. Auch in Biberach werden schon im 15. und 16. Jahrhundert Angele als Weber, Bäcker oder Glasmaler aktenkundig.

600 Jahre nach dem ersten Auftreten der Angelesippe in den Weilern der Ortschaft Höfen, Gemeinde Warthausen leben laut derzeitiger Adressenliste mit 1 400 Namen die meisten der rund 4 000 Sippenangehörigen in Süddeutschland und am dichtesten nach wie vor im Kreis Biberach mit 258 Familien.