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Am Sonntag 30. November 2008 ist Heinz Angele Laupheim verstorben.

In der Schwäbischen Zeitung Ausgabe Laupheim erschien am 2. Dezember 2008 der folgende Nachruf

 

 

Nachruf: Heinz Angele

Das Heimatfest trägt seine Handschrift


LAUPHEIM – Trauer um Heinz Angele: „Mister Heimatfest“, über Jahrzehnte ein unermüdlicher Organisator und Ideengeber für das große Laupheimer Traditionsfest, ist am Sonntag nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben. Er wird am Donnerstag auf dem neuen Friedhof beerdigt.


Dieses Bild gehörte zu den Festumzügen wie die prächtig geschmückten Wagen, die Trommler, Pfeiffer und Fanfaren: Heinz Angele, wie er auf dem Marktplatz steht, die Anspannung ins Gesicht gemeißelt, die Stirn ganz nass, mal weil vom Himmel hoch die Sonne glänzt, mal weil es regnet, ein Sprechfunkgerät am Ohr, um Kontakt zu den Streckenposten zu halten, ein Dirigent, dessen ganzes Wollen darauf zielt, dass alles wie am Schnürchen klappen möge. Elf Jahre hat er die Festzugkommission geleitet, Dutzende Gruppen und Musikkapellen, Hundertschaften an Pferden und Tausende quirliger Kinder koordiniert. Ein aufreibender Job. Und kaum war ein Fest Geschichte, da überlegte Heinz Angele bereits, was man im nächsten Jahr anders, besser, noch schöner machen könnte. „Das Heimatfest“, sagt der Vorsitzende des Heimatfestausschusses, Walter Spleis, „verdankt ihm maßgeblich die Umzüge in der heutigen Art, in ihrer Qualität und opulenten Ausstattung. Sie tragen seine Handschrift.“


Das war beileibe nicht alles. Heinz Angele vergoss kübelweise Herzblut für das Laupheimer Fest der Feste, kümmerte sich akribisch um Programme, Plakate, Mottos, die Ausstellungen in der Schranne, den Wagenbau, die Festbändel und vieles mehr. „Er hat auch auf Kleinigkeiten geachtet“, sagt der Weggefährte Hans Peter Rieger, beglückt von Angeles Liebe zum Detail, die das Fest nicht nur größer, sondern vor allem gehaltvoller machte.


„Heinz Angele war ,Mister Heimatfest’, das war sein Ein und Alles“, verneigt sich Walter Spleis vor einem Perfektionisten, der unbequem sein konnte, bisweilen anstieß, dessen Respekt man sich erarbeiten musste. Doch in punkto Fleiß, Zuverlässigkeit und Ideenreichtum machte ihm so leicht keiner etwas vor, wie Spleis’ Vorgänger im Amt, Dr. Ulrich Stoll, dankbar erinnert.

Ob einem solches Engagement in die Wiege gelegt ist? Man könnte es meinen, wirkte doch der Vater, Karl Angele, in der Biberacher Schützendirektion. Tatsächlich, Heinz Angele war Biberacher von Geburt. Mit 23 Jahren kam der studierte Bauingenieur nach Laupheim, fand eine Anstellung als Geschäftsführer in der Baufirma Rupf. 1970 eröffnete er zusammen mit Hermann Maier ein Architekturbüro. Im gleichen Jahr nahm er „seine“ Brigitte zur Frau, die lächelnd über ihn sagt: „Er war mit mir verheiratet – und mit dem Heimatfest.“


Im Jahr 2000 legte Angele sein Amt in der Festzugkommission in jüngere Hände. Den Posten als Vize im Heimatfestausschuss, den er seit 1995 inne hatte, gab er 2004 an Johannes Welz ab – das Gremium ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn, kürzer zu treten, erloschen ist sein Eifer freilich nie. Mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit erreichte er es 2002, dass der Sonntagsfestzug groß im SWR-Fernsehen übertragen wurde. Über die Region hinaus engagierte er sich in der Arbeitsgemeinschaft historischer Kinder- und Heimatfeste Süddeutschlands.


Angele selbst charakterisierte das Heimatfest als große Gemeinschaftsleistung. Dieser Gemeinschaft hat er, der das Heimatfest 2008, sein letztes, im Krankenhaus verbringen musste, etwas hinterlassen, das uns nächstes Jahr an ihn erinnert: Er hat noch den Festbändel entworfen, Motiv ist ein Laupheimer Trachtenpaar. Das Bild des heimatverbundenen Mannes mit dem Sprechfunkgerät wird in den Herzen bleiben.

Roland Ray



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