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4. Ungarnreise der Sippe Angele

Zu Pfingsten 1996 starteten 44 Vettern und Basen mit einigen Kindern schon zum 4. Male nach Südungarn, um die Angeli in Tschasartet zu besuchen. Die Fahrt verlief bei gutem Wetter reibungslos und in fröhlicher Stimmung.

Natürlich ist eine Busreise über ca. 1000 km immer etwas ermüdend, aber die Ankunft in Tschasartet um die Mittagszeit und der herzliche Empfang durch die Gastgeberfamilien ließen sofort die Unternehmungslust wieder steigen. Die Begrüßung wie schon immer mit herzlicher Umarmung und die Fragen und Antworten nach dem Ergehen seit dem letzten Besuch vor einem Jahr in Biberach sorgten rasch für gute Stimmung. Die Strapazen der Nacht waren vergessen. Schon am frühen Abend trafen sich zahlreiche Gastgeber mit ihren Gästen in der „Keller-Straße", wo vor einzelnen Kellern die Angelis ihre letztjährigen Weine vorzeigten und kredenzten. Fröhliche Gespräche wechselten mit lustigen Liedern und Besuchen in Nachbarkellern.

Dies war nun schon das 8. Treffen mit der Sippenlinie der Angeli, deren Donau-Schwäbische Vorfahren um 1745 von Ulm aus die Donau abwärts ruderten. Auch bei meinem nun schon 5. Besuch erlebe ich Ungarn jedesmal mit anderen Eindrücken - landschaftlich aufregend, ökonomisch variierend und nun mit bescheidenem Fortschritt, aber zielstrebig und mit Konsequenz den Beitritt zur Europäischen Union anstrebend. Aber das interessanteste Phänomen ist wohl das wiedergewonnene Selbstvertrauen, das Bekenntnis zum deutschstämmigen schwäbischen Ursprung und die Zuversicht auf einen Aufschwung, der von guten Freunden unterstützt und mitgetragen wird. Ich glaube, dieses Gefühl ist für unsere Sippenangehörigen sehr wichtig, es zu wissen und zu fühlen, daß der gemeinsame Ahnenstamm weiterwirkt und alle zusammenhält „wie Kette und Ring".

Alle Reiseteilnehmer hatten mit ihren Gastgeberfamilien unterschiedliche Erlebnisse und Unternehmungen über die Pfingsttage. Sie lernten Gastfreundschaft und Lebensverhältnisse, Ansichten und persönliche Pläne neu kennen, und wohl keiner konnte abschlagen, immer wieder eine neue Weinsorte zu verkosten - ein Faktor, der beim gemeinsamen Abendessen, wozu die oberschwäbischen ihre ungarnschwäbischen Sippenvettern in das Gasthaus von Kecel eingeladen hatten, auch eine besondere Rolle spielte.

Erlebnisse wie auf einer Wildwest-Ranch gab es für einige auf Stefan Walters Reiter-Farm, andere besuchten die Wochenendhäuser ihrer Gastgeber, die überall verstreut in der Landschaft bis hin zum Plattensee zum Urlaub einladen. Wir besuchten ein Thermalbad mit Hallenbecken und gepflegten Freianlagen in Kiskunmajsa.

Der gemeinsame Omnibusausflug nach Pécs gewährte uns unter der sachkundigen Führung von Attila, dem Sohn von Sippenrat Matthias Angeli, einen reichen Einblick in Geschichte und Kultur dieser ursprünglich keltischen Siedlung, die im 9. Jahrhundert zum Fürstentum Mähren gehörte und bereits damals fünf christliche Kapellen und Kirchen besaß, daher auch der Name Fünfkirchen.

Wir besuchten den eindrucksvollen Dom mit seiner Schatzkammer und natürlich ließen die Sangesfreudigen um Heribert und Gernot ihre Stimmen zu einem Loblied auf die Gottesmutter Maria erklingen, ein herrliches Erlebnis in diesem ehrwürdigen Dom. Dann ging es zum alten Stadtkern, zur ehemaligen Dschami des Kasim Erasi Pascha, einem charakteristischen Kuppelbau aus der Türkenzeit und einer heutigen katholischen Kirche. Wir besuchten das Csontváry-Museum mit bedeutenden Gemälden des großen Malers, dessen Genialität erst in den Jahren um 1950 erkannt wurde. Und dann war noch bei Villany das Internationale Skulpturen-Symposium zu bewundern, ein Pleinair der Bildhauer in großformatigen, kreativen Schöpfungen - sehr eindrucksvoll. Am letzten Tag besuchten manche dann noch das St.-Urbanus-Fest in Hájos mit seiner Vielfalt an folkloristischem Handwerk und landes-typischen Souvenirs. Der Tag und der Besuch klangen in der „Taverne" von Tschasartet aus mit Musik, Gesang und Tanz. Und die Sippenkinder sangen noch „Wie schön, daß wir zu-sammen sind", was ihnen viel Beifall eintrug.

In der erwartungsvollen Enge, frohgestimmt und bei reichhaltigem Gastmahl und vielfältigen Proben von Wein unserer Gastgeber wurden noch letzte gute Wünsche ausgetauscht. Matthias dankte noch einmal für unser Kommen, Heribert erhielt in Vertretung des Sippenvaters eine Fahne von Tschasartet überreicht, auf der die Gründung des Ortes anno 1744, als die österreichische Kaiserin Maria Theresia deutsche Siedler ins Land gerufen hatte, hingewiesen wird. Und nun werden wir alle in zwei Jahren den 50. Sippentag mit unseren Freunden aus Ungarn, den Angelis, im oberschwäbischen Ummendorf feiern.

Dr. Hans-Peter Angelé, Leipzig



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